Eine IVF-Behandlung birgt eine grosse Chance aber auch das eine oder andere Risiko

 

Leider kommt es trotz sorgfältiger Vorbereitung und optimaler Behandlung nicht immer zu einer Schwangerschaft. Viele Gründe können dafür verantwortlich sein. Sei es, dass sich beispielsweise keine Follikel entwickeln, keine Eizellen gewonnen werden können, der Embryo sich nicht einnistet oder nicht richtig weiter entwickelt.

Trotzdem entspricht die Schwangerschaftserfolgsrate einer IVF/ICSI-Behandlung etwa derjenigen eines gesunden Paares. 

Ein ungenügendes Ansprechen auf die Therapie zeigt sich in einer fehlenden oder mangelhaften Entwicklung und Reifung der Follikel im Eierstock. Dies lässt sich im Ultraschall oder mittels Hormonbestimmung im Blut feststellen. Ist dies der Fall, wird keine Follikelpunktion zur Eizellgewinnung durchgeführt.

Bei einer hormonellen Stimulation ist eine gewisse Vergrösserung der Eierstöcke zu erwarten. Durch ein übermässiges Ansprechen auf die Hormontherapie kann sich jedoch ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS) entwickeln. Bei einem OHSS bilden sich viel zu stark vergrösserte Eierstöcke mit vielen und viel zu grossen Follikeln (Zysten). Dies hat wiederum weitere Auswirkungen auf den Körper.

Die Symptome dieser Erkrankung können variieren. Erste Anzeichen sind Unterleibsschmerzen, eventuell auch mit Übelkeit und Erbrechen. Atembeschwerden oder ein aufgetriebener Bauch können ein Hinweis auf eine Wasseransammlung in der Bauchhöhle sein.

Es ist wichtig, bei Beschwerden unverzüglich den behandelnden Arzt zu kontaktieren. Häufig tritt eine leichte bis mässige Verlaufsform der OHSS auf. In ca. 1% der Fälle kann es aber auch zu einer schweren Verlaufsform kommen.

Tritt ein OHSS ein, wird die Patientin sofort behandelt. In schweren Fällen ist auch eine stationäre Behandlung nötig.

Für die Punktion der Follikel wird die Kanüle durch die Scheidenwand in den Bauchraum bis zum Eierstock geführt. Dabei können Bauchorgane oder Blutgefässe verletzt werden. Ist dies der Fall, muss sofort operiert werden, um diese Verletzung zu beheben. Aus diesem Grund wird bei der Follikelpunktion die Patientin so vorbereitet, dass jederzeit eine Narkose und ein chirurgischer Eingriff durchgeführt werden können. Diese Komplikation tritt aber selten ein.

Mehrlinge sind wohl das häufigste Risiko einer IVF-Behandlung. Laut Bundesamt für Statistik (BSF 2013) handelte es sich bei 16% der Geburten nach einer IVF-Behandlung, um Mehrlinge bzw. bei 27 % der Kinder. In den meisten Fällen handelt es sich um Zwillinge, seltener werden Drillinge geboren. Bezogen auf alle Geburten waren im 2013 15.2% Zwillingsgeburten und nur in 0.2% der Fälle handelte es sich um Drillingsgeburten. 

Komplikationen, die bei einer spontan entstandenen Schwangerschaft vorkommen können ­­(Eileiterschwangerschaft, Fehlbildungen, Fehlgeburten, u.a.), können leider bei einer assistierten Schwangerschaft ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.

Das Fruchtbarkeitsproblem an sich, verbunden mit dem Wunsch nach einem eigenen Kind, kann für das Paar eine grosse Belastung bedeuten. Eine IVF-Behandlung kann diese Belastung verstärken. Der aufwändige Behandlungsprozess stellt organisatorisch, körperlich und emotional hohe Anforderungen an das Paar. Häufig kommt auch noch die finanzielle Belastung dazu. Die Folgen können psychische Probleme sein. Deshalb ist es wichtig, sich jederzeit die nötige Unterstützung zu holen.

 

 

 

 

 

 

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