Der Menstruationszyklus als wohl sichtbarstes Zeichen ist Sinnbild für die Fruchtbarkeit der Frau und steht häufig im Zentrum der Aufmerksamkeit.

 

Die Dauer des Menstruationszyklus liegt im Durchschnitt bei 28 Tagen. Er kann aber von Frau zu Frau variieren. Er teilt sich in zwei Phasen auf, die sog. follikuläre Phase, in der sich die Eizelle heranbildet, und in die darauffolgende sog. luteale Phase, in der sich die Gebärmutter auf die mögliche Einnistung der befruchteten Eizelle vorbereitet. Der Eisprung bildet den Übergang zwischen diesen beiden Phasen [Abb.1]. Das Ganze wird durch ein umfangreiches hormonelles Regelwerk gesteuert.  

Abb.1 (klicken um zu vergrössern)

 

Das Zwischenhirn (Hypothalamus) bildet die übergeordnete Kontrollzentrale. Es setzt ein Hormon frei (Gonadotropin Releasing Hormon, GnRH), welches als Signal für die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) dient [Abb.2]. Daraufhin schüttet die Hypophyse zwei Sexualhormone aus, das Follikelstimulierende Hormon (FSH) und das Luteinisierende Hormon (LH).

Das Follikelstimulierende Hormon (FSH) und das Luteinisierende Hormon (LH) wiederum wirken beide auf die Eierstöcke (Ovarien). Sie haben aber unterschiedliche Aufgaben. FSH fördert in erster Linie das Wachstum und die Reifung des Eibläschens (Follikel) im Eierstock. Das geschieht in der ersten Zyklushälfte. LH ist verantwortlich für den sogenannten Eisprung (Ovulation) und anschliessend für die Bildung des sogenannten Gelbkörpers (Corpus Luteum). Schematische Darstellung des hormonellen Regelkreises siehe Abb.5.

 

Abb.2 (klicken um zu vergrössern)

 

Abb.5 (klicken um zu vergrössern)

 

Video: How is the menstrual cycle hormonally regulated?

Beim Eisprung platzt der Follikel und die reife Eizelle (Oozyte) wird frei gegeben. Dieser Vorgang bildet den Beginn der zweiten Zyklushälfte [Abb.1 und 3]. Der Eisprung findet bei einem regelmässigen, durchschnittlichen Zyklus ungefähr zwischen dem 14. und 16. Tag statt. Da man den genauen Zeitpunkt in der Regel nicht kennt, gilt die Zeitspanne zwischen dem 9. und dem 16. Tag als die fruchtbare Phase.

Das Eibläschen selbst produziert ebenfalls ein Hormon, das Östrogen. Je grösser das Eibläschen wird, desto mehr Östrogen bildet es. Sobald ein bestimmter Wert erreicht wird, geht ein Signal an die Hypophyse, worauf diese rasch mehr LH bildet und dadurch den Eisprung auslöst. Östrogen fördert aber auch das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut sowie die Verflüssigung des Schleims im Gebärmutterhals, damit die Spermien in die Gebärmutter gelangen können.

Hat das Luteinisierende Hormon den Eisprung ausgelöst, bildet sich aus den Resten des Follikels der Gelbkörper [Abb.3]. Der Gelbkörper wiederum bildet das Gelbkörper-Hormon, das Progesteron. Progesteron sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut optimal auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vorbereitet wird. Ausserdem ist Progesteron für den Anstieg der Basaltemperatur verantwortlich, welcher ein bis zwei Tage nach dem Eisprung festgestellt werden kann.

 

Abb.1 (klicken um zu vergrössern)

 

Abb.3 (klicken um zu vergrössern)

Nach dem Eisprung wird die Eizelle vom trichterförmigen Ende des Eileiters aufgenommen. Darin wandert sie in Richtung Gebärmutter [Abb.4]. Sie ist ca. 12-24 Stunden lebens- und befruchtungsfähig. Wird sie in dieser Zeit auf ihrem Weg durch den Eileiter nicht befruchtet, stirbt sie ab. Da sich in diesem Fall keine befruchtete Eizelle in die Gebärmutter einnistet, bildet sich der Gelbkörper zurück und die Gebärmutterschleimhaut wird abgestossen. Eine neue Menstruationsblutung setzt ein. Mit dem ersten Tag der Regelblutung beginnt der neue Zyklus.

 

Abb.4 (klicken um zu vergrössern)

Schematische Darstellung des hormonellen Regelkreises und der damit verbundenen Vorgänge

 

 

 

 

 

 

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