Abklärung bei Kinderlosigkeit

 

Erfüllt sich der Wunsch nach einem Kind nicht spontan, so ist es sinnvoll, mögliche Ursachen frühzeitig abzuklären. Für Frauen unter 35 Jahren gilt als Richtwert 12 Monate, für Frauen über 35 Jahre 6 Monate. Wenn Sie in diesem Zeitraum trotz regelmässigem Geschlechtsverkehr nicht schwanger werden, empfiehlt es sich, nicht länger zuzuwarten und medizinischen Rat einzuholen. Denn auch die Abklärungen kosten Zeit. In die Abklärung werden immer beide Partner einbezogen. Denn die Ursache kann sowohl beim Mann wie bei der Frau liegen. In gewissen Fällen sogar bei beiden gemeinsam [Abb.1].
 

Abklärung bei der Frau

Die Abklärungen erfolgen beim Spezialisten. In der Regel beim Gynäkologen und beim Spezialisten für Fortpflanzungsmedizin (Reproduktionsmedizin).

Zu Beginn erfolgen ein ausführliches Gespräch und eine allgemeine Untersuchung. Erfragt wird die Vorgeschichte wie auch die aktuelle Situation. Dies beinhaltet beispielsweise Fragen zu früheren oder aktuell bestehenden Erkrankungen (z.B. Diabetes, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Infektionen, Geschlechtskrankheiten, Krebserkrankungen), Zyklusstörungen, früheren Schwangerschaften, chirurgischen Eingriffen, und einiges mehr. Fragen zum Lebensstil, wie Alkohol, Rauchen, intensivem Sport und die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs gehören ebenfalls dazu.

Danach wird der Menstruationszyklus untersucht. Ist dieser regelmässig, reifen Follikel heran und findet ein Eisprung statt? Dazu werden im Verlauf eines Menstruationszyklus verschiedene Untersuchungen durchgeführt. In der ersten und zweiten Zyklushälfte werden die Hormone im Blut gemessen. Mit dem Ultraschall wird die Entwicklung der Follikel erfasst und ob der Eisprung stattfindet.

Hormonbestimmung: In der ersten Zyklushälfte (» follikuläre Phase) wird primär Östradiol, LH und FSH bestimmt, in der zweiten Zyklushälfte (Lutealphase) Progesteron. Je nach Problemstellung und Verdacht werden weitere Hormone bestimmt.

Mit dem Ultraschall werden auch die Gebärmutter, die Gebärmutterschleimhaut, die Eileiter und die Eierstöcke beurteilt.

Die Eileiter und die Gebärmutter können zusätzlich mit Hilfe von Kontrastmittel im Ultraschall oder im Röntgen (Hysterosalpingographie) [Abb.2] genauer untersucht werden.

Im Postcoital-Test wird untersucht, ob die Spermien durch den Gebärmutterhalsschleim hindurch wandern können. Dieser Test erfolgt zum Zeitpunkt des Eisprungs und nach dem Geschlechtsverkehr. Damit kann sowohl die Beweglichkeit der Spermien wie auch die Qualität des Cervixschleimes erfasst werden.

Je nach Verdacht oder Problemstellung wird auch eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) oder eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchgeführt.

Gewisse Untersuchungen, wie die Bauchspiegelung, werden unter Anästhesie durchgeführt.
 

Abklärung beim Mann

Eine vertiefte Abklärung von Fruchtbarkeitsstörungen erfolgt beim Spezialisten. In diesem Falle bei einem Andrologen oder einem Spezialisten für Fortpflanzungsmedizin.

Im Vordergrund steht die Analyse der Samenflüssigkeit. Je nach Problemstellung werden weitere Untersuchungen angeordnet.

Zu Beginn erfolgt eine ausführliche Besprechung und allgemeine Untersuchung. Sie dient der Abklärung möglicher Problemursachen, wie beispielsweise frühere oder aktuell bestehende Erkrankungen (z.B. Mumps, Diabetes, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Geschlechtskrankheiten), Erbkrankheiten in der Familie, Medikamenteneinnahme, spezielle Therapien wie Bestrahlung oder Chemotherapie, Verletzungen der Geschlechtsteile, chirurgische Eingriffe (z.B. Leistenbruch). Auch Fragen zum Lebensstil, wie beispielsweise Rauchen, Alkohol, übermässiger Sport und die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs werden geklärt.

Danach erfolgt auch eine körperliche Untersuchung. Hier werden speziell die Geschlechtsorgane untersucht, um beispielsweise eine Hodenanomalie (Lage, Grösse, Form) oder Erkrankung zu erkennen.

Weiter werden Laboruntersuchungen durchgeführt. Dazu gehören Blutanalysen (inkl. Hormonanalysen), Analyse der Samenflüssigkeit und der Samenzellen (Spermiogramm), Samenzell-Funktionstests und Urinanalysen.

Je nach Befund und Problemstellung erfolgen weitere spezifische Untersuchungen. Beispielsweise die Ultraschall-Untersuchung der Hoden oder der Prostata oder die Untersuchung des Hodengewebes mittels einer Biopsie. Oder eine genetische Untersuchung bei Verdacht auf ein genetisches Problem.

 

 

 

Abb.1 (Klicken um zu vergrössern)

 

Abb.2 (Klicken um zu vergrössern)

 

 

 

 

 

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